Ökologische
Massnahmen
Pioniergeist und Gespür für die touristischen Chancen führten zur Erschließung des ersten Gletscherskigebiet Österreichs. Schon früh wurde erkannt, dass die reizvolle Landschaft und eine intakte Natur das größte Kapital darstellen.
Zum Schutz der hochalpinen Urlaubs- und Freizeitregion wurden richtungsweisende Umweltschutzmaßnahmen gesetzt:
Renaturierung der Pistenflächen
In der Übergangszeiten von Winter zu Winter wird an der Renaturierung und Begrünung von hochalpinen Pistenflächen gearbeitet. Pistenflächen werden dabei mit Oberbodenmaterial überdeckt und mittels Saat-Soden-Kombinationstechnik begrünt. Zur Vermeidung von Erosionen bei Starkniederschlägen wurden sämtliche Begrünungsflächen mit Kokosgewebe abgedeckt. Die Arbeiten wurden äußerst sorgfältig durchgeführt, wobei vor allem auch auf die Anbindung an das natürliche Umfeld besonderes Augenmerk gelegt wurde.
Die mit den Begrünungsarbeiten betrauten Mitarbeiter der Gletscherbahnen Kaprun erhalten vom Institut für Ökologie, als ökologische Bauaufsicht ein überaus positives Zeugnis und die ersten fruchtbaren Ergebnisse können sich bereits sehen lassen: „Das Auflaufen des Saatgutes ist als optimal und vor allem für die Höhenlage zwischen 2300 und 2400m als geradezu sensationell zu bezeichnen.“ (3. Protokoll, Institut für Ökologie, Juli/August 2008, S.1). Einzelne Pflanzen haben bereits im heurigen Jahr zur Blüte angesetzt und werden eigenes Saatgut produzieren. Die Geschwindigkeit der Vegetationsentwicklung ist selbst für die Mitarbeiter des Institutes für Ökologie – unter Bedachtnahme der extremen Höhenlage – überraschend, lässt sich jedoch auf die Verwendung optimaler Materialien und auf eine vorbildliche Verarbeitung zurückführen.
Wasser und Abwasserentsorgung
Die Wasseraufbereitung im Bereich der Gletscherbahn erfolgt mit UV-Anlagen statt umstrittener Ozonanlagen. Bereits 1974 wurde von 2.450 m ins Tal ein Abwasserstrang zum örtlichen Kanalnetz errichtet. Der Klärschlamm von der Gipfelstation wird gesammelt und in Containern zum Alpincenter transportiert, um dort in das Kanalnetz eingeleitet zu werden.
Mit dem Umbau der Gletscherbahn Kaprun 1 in eine hochmoderne 8er-Einseilumlaufbahn, die Panoramabahn, wurde auch der Bereich Langwiedboden in das bestehende Kanalnetz eingebunden.
Energieversorgung: Sonnenkollektoren und Rückgewinnung
Im gesamten Kitzsteinhorn-Gebiet werden keine fossilen Brennstoffe verwendet. Die gesamte Energieversorgung der Bahnen und Lifte erfolgt elektrisch. Dafür wurden 7 km Hochspannungsleitungen verkabelt.
Am Dach des Alpincenters speichern 24 m² Sonnenkollektoren die Wärme der Gletschersonne und unterstützen damit die Warmwasserversorgung der Gaststättenbetriebe. Durch Energierückgewinnung bei den Hochleistungsmotoren der großen Bahnen werden der Gebäudebereich im Alpincenter und das Talstationsgebäude der Panoramabahn beheizt.
Selbstverständlich: Mülltrennung und Müllvermeidung
Schon seit vielen Jahren wird bei den Kapruner Gletscherbahnen im Bahn-, Gastronomie- und Bürobereich der Müll sorgfältig sortiert. Entsprechende Sammelbehälter sind selbstverständlich.
Unter dem Motto "Müllvermeidung vor Mülltrennung" werden Lieferanten angehalten, unnötige Verpackungen zu vermeiden bzw. auf recyclebare Materialien umzusteigen. Die Anlieferung des täglichen Bedarfs der Gaststätten erfolgt in eigenen Mehrwegbehältern. In den Gaststätten und Kiosken werden keine Dosengetränke verkauft. Alle diese Maßnahmen werden von einem eigenen Müllbeauftragten ausgearbeitet und koordiniert.
Die zur Wartung technischer Geräte und Maschinen notwendigen Spraydosen werden wieder verwendet, Pressluft ersetzt hier das übliche Treibgas. Für Drucksorten, Briefpapier, etc., wird ausschließlich chlorfrei gebleichtes Papier verwendet.
Download Jahresbericht 2012 der ökologischen Bauaufsicht zur "Optimierung von Beschneiungsanlagen, Skipisten und Lawinenschutz"





