Energiemanagement am Kitzsteinhorn
Mit smartem Energiemanagement sorgt das Kitzsteinhorn für einen effizienten Betrieb und die Reduktion des CO₂-Fußabdrucks.
Zahlen sind seine Leidenschaft. Und das ist gut, denn bei seiner Aufgabe als Energiemanager jongliert Betriebsleiter Stefan Reisinger täglich mit unzähligen Zahlenkolonnen und überwacht am Monitor laufend Parameter zur Optimierung des Energieverbrauchs.
Im Geschäftsjahr 2022/23 konnten wir trotz Rekordwerten und mehr Gästen am Berg den Energieverbrauch um 2,6 % senken!
Ziel: Den Verbrauch senken
2015 wurden die Gletscherbahnen Kaprun als erstes Seilbahnunternehmen Österreichs in allen Unternehmensbereichen nach ISO 9001, ISO 14001 und ISO 50001 zertifiziert. Im August 2024 wurden alle drei Zertifikate nach einem umfassenden Rezertifizierungsaudit uneingeschränkt verlängert. Im Rahmen des Energiemanagementsystems werden die im Unternehmen verbrauchten Energiemengen erfasst, kontrolliert und optimiert.
Stefan Reisinger war von Beginn an in den systematischen Aufbau des Energiemanagements involviert und berichtet: „Das Monitoring setzt voraus, dass alle Kennzahlen des Unternehmens verfügbar sind, um höchstmögliche Energieeffizienz zu schaffen. Und das ist bei über 100 Zählstellen am Berg und im Tal eine komplexe Aufgabe. So war es der erste Schritt, alle Kennzahlen in einem Dashboard am Computer zusammenzufassen und den ganzen Berg transparent darzustellen. So kann ich laufend mit einem Blick auf die Grafiken den Verbrauch beobachten und gegebenenfalls optimierend eingreifen. Unser Ziel ist klar: Den Verbrauch senken!“
Kleinstadt Kitzsteinhorn
An Spitzentagen ist das Kitzsteinhorn mit 12.000 Besuchern am Berg wie eine Kleinstadt anzusehen, die mit Energie versorgt werden will. Stefan Reisinger weiß: „Neben dem Bahnbetrieb, der Beschneiung und den Bürogebäuden sind auch eigene Werkstätten in Betrieb. Durch die Höhenlage verfügt das Kitzsteinhorn über eine eigene Elektro-, Schlosserei- und Installateur-Abteilung. Die zum Unternehmen gehörenden Gastronomiebetriebe fahren am Morgen ihre Geräte hoch, um hungrige Skifahrer kulinarisch versorgen zu können. Da zeigen sich schon markante Stromspitzen in meiner Grafik.“
Auf diese Stromspitzen legt Stefan Reisinger seinen Fokus, entschlüsselt die Verursacher und schraubt an den Rädchen zur Feinjustierung der Senkung des Stromverbrauchs. Er erklärt an einem Beispiel: „Die Lastspitzen kann man so gut wie möglich abschleifen, indem die Küchen nicht schon alle ihre Großgeräte einschalten, während die Bahnen gerade die Gondeln ausfahren. Ein gestaffeltes Einschalten der Geräte entlastet enorm. Auch das minimale Verringern der Geschwindigkeit der Bahnen macht sich deutlich im Energieverbrauch bemerkbar – so kann an Schlechtwettertagen etwa bei der 3K K-onnection mit weniger Gondeln und geringerer Fahrgeschwindigkeit, was für den Gast kaum merkbar ist, einiges an Energie eingespart werden.“
Erfreuliche Zahlen in der Energiebilanz
Energiemanagement ist für Stefan Reisinger wie das Jonglieren mit zehn Bällen. Er meint: „Laufend überwache ich, wo Zahlen entgleisen, wo ich durch Feinjustierung eingreifen und an Rädchen schrauben kann. Auf meinem Monitor bündle ich alle Zahlen von der Pistenpräparierung bis zur eigenen Energieproduktion. Durch die dritte Turbine bei unserem Wasserkraftwerk Grubbach und die Ausweitung der Photovoltaikanlagen konnten wir die Eigenstromerzeugung deutlich steigern.“
Durch die Hightech-Pistengeräte, die mit dem innovativen SNOWsat-System ausgerüstet sind, werden die Schubarbeiten noch effizienter, da am Monitor die Schneetiefen ersichtlich sind. „Das spart bis zu 4 % Treibstoff.“
2,6 % weniger Energie im Geschäftsjahr 2022/23
Besonders erfreulich ist die Arbeit des Energiemanagers, wenn das Jonglieren mit den Zahlen großen Erfolg fürs Unternehmen bringt. So konnten Stefan Reisinger und die Gletscherbahnen Kaprun im Geschäftsjahr 2022/23 eine Reduktion des Energieverbrauchs um 2,6 % verzeichnen.
Stefan Reisinger zeigt sich begeistert: „Ein externer Auditor prüft regelmäßig, ob die Anforderungen der ISO-Zertifizierung erfüllt werden. Ein schönes Gefühl, wenn dabei ein deutliches Minus herauskommt – wir konnten den Energieverbrauch trotz eines Rekord-Geschäftsjahres reduzieren. Das zeigt: Wir sind auf einem guten Weg. Mithilfe des Monitorings definieren wir laufend neue Schwerpunkte, um künftig noch mehr Energie einzusparen.“