E steht für diesel-elektrischen Antrieb | © Edith Danzer ©Edith Danzer
Vom erfolgreichen Test zum unternehmensweiten Einsatz

Pistenpräparierung mit HVO100

Was im Winter 2022/23 mit einem Praxistest am Maiskogel begann, ist heute am Kitzsteinhorn und Maiskogel vollständig umgesetzt: Seit Winter 2023/24 betreibt die Gletscherbahnen Kaprun AG sämtliche dieselbetriebenen Pistengeräte und Großmaschinen mit dem fossilfreien Kraftstoff HVO100. Gegenüber fossilem Diesel verursacht HVO100 rund 90 % weniger CO2-Emissionen. Dadurch spart das Unternehmen jährlich rund 1.300 Tonnen CO2 ein.

HVO steht für „Hydrotreated Vegetable Oils“, also hydrierte Pflanzenöle. Als Rohstoffe für den erneuerbaren Dieselersatz dienen Abfall- und Reststoffe wie gebrauchte Speiseöle und -fette. HVO100 kann in den dafür freigegebenen Dieselmotoren ohne technische Umbauten eingesetzt werden.

Pistenraupe im Schnee vor Bergkulisse
Die Prinoth-Leitwolf-Pistenraupe am Maiskogel wurde im Winter 2022/23 erstmals mit HVO100 betrieben.

HVO100 im Praxistest

Beim damaligen Lokalaugenschein an der Mittelstation der MK Maiskogelbahn waren die Pisten bereits bestens präpariert. In der Pistenraupengarage trafen wir Alois Kapeller, der seit vielen Jahren im Team der Pistenpräparierung am Maiskogel für gepflegte Abfahrten sorgt.

Sein Arbeitsplatz während der Nachtschichten ist ein moderner Prinoth Leitwolf mit Seilwinde. Das Pistengerät trägt ein eigens angefertigtes Airbrush-Motiv mit einem Wolf – passend zum Modellnamen Leitwolf. Da Alois viele Stunden in der Kabine verbringt, achtet er besonders darauf, dass sie sauber und gepflegt bleibt.

Während des Testwinters wurde die gesamte Pistenraupenflotte am Maiskogel erstmals mit HVO100 betankt. Dafür mussten weder die Treibstofftanks noch die Motoren umgebaut oder gereinigt werden. Der Wechsel erfolgte direkt an der bestehenden Zapfsäule; auch noch vorhandene Dieselreste im Tank stellten kein Problem dar.

Alois Kapeller betankt die Pistenraupe mit HVO | © Edith Danzer ©Edith Danzer
Betankt wird weiterhin direkt an der Zapfsäule der Pistenraupengarage.

Zuverlässig auch bei tiefen Temperaturen

Während des Testbetriebs überzeugte HVO100 durch eine saubere und weitgehend geruchsarme Verbrennung. Auch bei tiefen Temperaturen zeigte sich kein Leistungsverlust. Der Verbrauch und die gewohnten Arbeitsabläufe bei der Pistenpräparierung blieben unverändert.

Am Maiskogel waren jede Nacht zwei Pistengeräte im Einsatz, um die Pisten bis zum nächsten Morgen wieder in einen optimalen Zustand zu bringen. Für die Fahrer änderte sich durch den neuen Kraftstoff nichts: tanken, Motor starten und die Pisten wie gewohnt präparieren.

Die Prinoth Leitwolf Pistenraupe im HVO Testeinsatz | © Edith Danzer ©Edith Danzer
Das Windengerät verbindet zuverlässige Leistung mit einem deutlich kleineren CO₂-Fußabdruck.

Weniger Emissionen bei voller Leistung

Die Ergebnisse des Praxistests bestätigten die deutlichen Emissionsvorteile von HVO100 gegenüber fossilem Diesel:

  • rund 90 % weniger CO₂-Emissionen
  • bis zu 33 % weniger Feinstaub
  • rund 9 % weniger Stickoxide
  • rund 24 % weniger Kohlenmonoxid
  • rund 30 % weniger Kohlenwasserstoffe

Gleichzeitig blieb die Motorleistung auch bei sehr tiefen Temperaturen unverändert.

Vom Pilotprojekt zum Standard

Nach dem erfolgreichen Test am Maiskogel wurden die Treibstofflager am Kitzsteinhorn und Maiskogel im Herbst 2023 mit HVO100 befüllt. Seit Winter 2023/24 ersetzt der Kraftstoff fossilen Diesel in der gesamten Pistenraupenflotte sowie bei allen weiteren dieselbetriebenen Großmaschinen des Unternehmens.

HVO100 ist zwar teurer als herkömmlicher Diesel, ermöglicht jedoch eine deutliche Reduzierung des betrieblichen CO₂-Fußabdrucks, ohne dass Fahrzeuge und Maschinen technisch umgerüstet oder die Abläufe bei der Pistenpräparierung verändert werden müssen. Über den gesamten Fuhrpark hinweg werden dadurch jährlich rund 1.300 Tonnen CO₂ eingespart.

Für Alois und seine Kollegen bleibt der Anspruch derselbe: Bis zum nächsten Morgen sollen die Pisten wieder optimale Bedingungen für die ersten Abfahrten bieten. Der Unterschied liegt im Tank – und in den deutlich geringeren CO₂-Emissionen.

Der Pistenbully 600 E+ im Einsatz | © Edith Danzer ©Edith Danzer
Bereit für den nächtlichen Einsatz – mit HVO100 und rund 90 % weniger CO₂-Emissionen gegenüber fossilem Diesel.