Pistentechnik am Kitzsteinhorn
Wie werden aus viel befahrenen Pisten über Nacht wieder topgepflegte Abfahrten? Um die Spuren eines perfekten Skitages mit unzähligen Schwüngen über weite Gletscherhänge wieder in makellosen Feinripp zu verwandeln, braucht es keine Magie, sondern hochmoderne Technik, viel Feingefühl und das richtige Gespür für den Schnee. Mit dem PistenBully 600 E+ setzt das Kitzsteinhorn dabei auf einen effizienten diesel-elektrischen Antrieb, präzises Schneemanagement und besonders leisen Betrieb.
Klaus Wörgötter ist stellvertretender Leiter der Pistenpräparierung am Kitzsteinhorn. Gemeinsam mit seinem Team rückt er Nacht für Nacht aus, um die Pisten wieder in Topform zu bringen. Zur Pistengeräteflotte der Gletscherbahnen Kaprun AG gehört auch der PistenBully 600 E+ von Kässbohrer, ein Vorreiter auf dem Weg zu einer professionellen und zugleich ressourcenschonenden Pistenpräparierung. Der Hersteller bezeichnet ihn als das sauberste und leiseste Pistengerät seiner Klasse.
Mit blinkenden Lichtern biegt der PistenBully 600 E+ aus der Garage am Alpincenter. Mit Stolz präsentiert Klaus Wörgötter die „Greane“, wie sie aufgrund ihrer leuchtend grünen Farbe vom Pistenpflegeteam liebevoll genannt wird.
Nachhaltige 20
„Eines gleich vorweg – das E im Namen bedeutet nicht, dass das Pistengerät ein reines Elektrofahrzeug ist“, klärt der Pistenprofi auf. Es steht für den diesel-elektrischen Antrieb: Ein Dieselmotor treibt Generatoren an, während zwei Elektromotoren für den Fahrantrieb sorgen. Beim Bergabfahren können die Elektromotoren als Generatoren arbeiten und Energie zurückgewinnen. Das intelligente Energiemanagement hält den Dieselmotor möglichst im optimalen Drehzahlbereich und reduziert dadurch den Kraftstoffverbrauch.
So bringt der PistenBully 600 E+ satte Power auf die Piste und verbraucht laut Hersteller im Vergleich zum PistenBully 600 Polar bis zu 20 % weniger Kraftstoff. Dadurch werden auch die CO₂-Emissionen um 20 % reduziert. Zudem ist das Fahrzeug 20 % leiser. „Auch in puncto Wirtschaftlichkeit überzeugt der PistenBully mit niedrigen Betriebskosten und einem wartungsarmen Antrieb“, zeigt sich Klaus Wörgötter begeistert.
Wie sämtliche dieselbetriebenen Pistengeräte und Großmaschinen der Gletscherbahnen Kaprun AG wird auch der PistenBully 600 E+ mit HVO100 betrieben. Gegenüber fossilem Diesel verursacht dieser Kraftstoff rund 90 % weniger CO₂-Emissionen. Durch die unternehmensweite Umstellung auf HVO100 spart die Gletscherbahnen Kaprun AG jährlich rund 1.300 Tonnen CO₂ ein.
GPS-Pisten- und Flottenmanagement
Als langjähriges Mitglied des Pistenpräparierungsteams am Kitzsteinhorn kennt Klaus Wörgötter seine Pisten bis ins kleinste Detail. Doch durch die exponierte Lage des Gletscherskigebiets ist die nächtliche Pistenpflege auch für Profis nicht immer ein leichtes Spiel.
Er erklärt: „Mitten im Schneesturm, wenn durch ein plötzliches Whiteout keine Geländekonturen mehr erkennbar sind, kann man hier oben leicht die Orientierung verlieren. Mit SnowSat, dem GPS-gestützten Pistenmanagement, erkennt der Fahrer am Monitor im Cockpit den Pistenrand und bereits präparierte Spuren und kann sich so auch bei widrigen Wetterbedingungen orientieren.“
SnowSat ermöglicht außerdem eine besonders gezielte Präparierung: Die hochpräzise Schneetiefenmessung zeigt, wo ausreichend Schnee liegt, wo Reserven vorhanden sind und wo zusätzlich Schnee benötigt wird. Klaus Wörgötter weiß: „Das schont auch die Ressourcen der Beschneiung, denn so können wir punktgenau feststellen, wo Schnee gebraucht wird.“
Am Ende zählen das Ergebnis und das Hochgefühl, das man den Skifahrern bei ihrem Sport beschert. Da ist es egal, ob man bei widrigen Bedingungen einmal zwei Stunden länger im Cockpit sitzt.
Nächtliche Mission Feinripp
Und Schnee ist das Stichwort, denn darum dreht sich bei der Pistenpflege alles. Nicht jede Art von Schnee ist gleich zu präparieren, wie Klaus Wörgötter weiß:
„Neuschnee ist anders zu handhaben als technisch erzeugter Schnee oder nasser Frühlingsschnee. Bevor ich meinen Dienst beginne, checke ich deshalb zuerst den detaillierten Wetterbericht. Bei erheblichen Schneefällen rücken wir nach Betriebsschluss der Bahnen zunächst aus, um die Spuren des Tages auf den Pisten zu beseitigen. Danach lassen wir es schneien und starten die Pistengeräte erst wieder in den frühen Morgenstunden, um den Neuschnee rechtzeitig für die ersten Skifahrer einzuwalzen.“
Nach zahlreichen Nachteinsätzen weiß Klaus Wörgötter genau, was es für eine perfekte Piste braucht. Er lacht: „Pistenpräparierung ist hochkomplex. Man braucht viel Feingefühl und muss sich Zeit nehmen. Am Ende zählen das Ergebnis und das Hochgefühl, das man den Skifahrern bei ihrem Sport beschert. Da ist es egal, ob man bei widrigen Bedingungen einmal zwei Stunden länger im Cockpit sitzt.“
Die Kabine des modernen Pistengeräts gleicht tatsächlich dem Cockpit eines Flugzeugs: Ein komfortabler, luftgefederter Sitz, beheizte Scheiben und Scheibenwischer sowie die intuitive Steuerung von Schild und Fräse über Monitore, Joystick und Touchscreen erleichtern den nächtlichen Einsatz. „So macht die Arbeit doppelt Spaß. Und zu wissen, dass der PistenBully 600 E+ dank effizienter Technik und HVO100 zu geringeren CO₂-Emissionen beiträgt, ist ein großer Pluspunkt.“